
Mit Juan, unserm Airbnb-Vermieter







Der Blick aus unserm Airbnb
Beim Abendessen mit einer Deutschen und einer Portugiesin
Botero lässt grüßen…
In der Comuna 13:


blog acerca de mi tiempo en Colombia
So, jetzt sitze ich am Flughafen, relativ erleichtert, da ich Angst hatte, ich komm nich weg hier. Eine Freundin, die gestern nach Deutschland zurückgeflogen ist, hatte mir nämlich gesagt, dass sie die Ausreisesteuer mit Karte zahlen musste und es bar nicht möglich war… Das hätte ich ohne Kreditkarte schlecht hinbekommen. Zum Glück ging es bei AirFrance aber dich en efectivo, Glück gehabt!
Jetzt hab ich noch knapp 3 Stunden, bis wir hoffentlich pünktlich abheben…
Meine Stimmung ist ziemlich sentimental, ich hab die vergangenen Monate so genossen! Klar freu ich mich langsam auf Zuhause und auf euch alle, aber ich hätte es hier auf jeden Fall noch länger ausgehalten.
Ich wollte ein kleines Resumen schreiben, aber weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Vielleicht erstmal zu meiner Unterkunft. Ich war super zufrieden mit meiner Wahl, meine Vermieter waren immer für mich da, mega hilfsbereit und nicht aus der Ruhe zu bringen (auch nicht, als ich 2 mal das Klo verstopft habe). Mein Zimmer war klein und der Straßenlärm ziemlich deutlich zu hören (vor allem die Kinder, die sich einmal alle 2 Wochen um 6 Uhr morgens direkt vor meinem Fenster schreiend aufhielten, um auf irgendwelche Busse zu warten, die dann nach 1,5h auch mal kamen…). Aber man gewöhnt sich an alles und mein großes Bett, die mega Küche und die Riesendusche mit warmem Wasser haben vieles wett gemacht. Von meinen 5 Mitbewohnern hatte ich mit Karen (die Kolumbianerin, die mich für das Videoprojekt als Muslimin missbraucht hat) und Vaniala (aus Madagaskar) am meisten zu tun, beide super lieb.
In Bogotá zu wohnen hat mir auch ziemlich getaugt, mit einigen Einschränkungen. Es gibt ein paar wunderschöne Ecken, dafür auber auch einige weniger schöne, im Zentrum viele Obdachlose und Straßenhunde, Müll und Dreck. Vor allem das Joggen war kein Vergnügen… Aber das kulturelle Angebot ist enorm und ich hab so viel gemacht, wie ich konnte, wenn auch noch lange nicht alles!
In der Uni war es eher schwer, Kontakte zu knüpfen, wir Austauschstudenten blieben viel untereinander bzw unternahmen etwas mit den „IBSA-Kolumbianern“. Auch außerhalb der Uni, wobei wegen mangelnder Verlässlichkeit vielleicht die Hälfte der ausgemachten Treffen klappten haha. Außerhalb der Uni, vor allem beim Feiern, lernten wir viele nette Kolumbianer kennen, ich glaube, das lag eindeutig an unserm Ausländerbonus… Ein Freund, den wir in Medellin kennengelernt haben meinte nämlich, er fände die Kolumbianer beim Feiern eigentlich ziemlich verschlossen. Weiß nicht, ob ich das glauben soll…
Mein Fazit zur Uni kennt ihr ja schon, sehr viel hab ich daraus nicht gezogen, aber dafür hatte ich außerhalb der Uni viele wunderschöne und wertvolle Erfahrungen. Kolumbien ist einfach unglaublich!! Die Vielfalt hat mich zutiefst beeindruckt. Wo du auch hinkommst, die Landschaft und Kultur ist anders, von Regenwald über Wüste bis hin zu Küste ist alles dabei. Ich habe so viel gesehen und doch noch lange nicht alles. Auf meiner Liste fehlen zum Beispiel Cartagena, die Wüste Tatacoa, einiges vom Eje Cafetero, sooo viel alleine in Bogotá…
Meine Erfahrungen mit den Menschen sind auch weitestgehen positiv. Ich bin immer offenen, hilfbereiten, interessierten Leuten begegnet. Wenn auch mit ein paar Ausnahmen. Ich weiß gar nicht, ob ich das erzählt hatte, aber der Polizist, dessen Pferd wir vor einem Club reiten durften, hatte mit uns eine Whatapp-Gruppe gemacht, um einen Termin zum Reiten auszumachen. Nach einiger Zeit fing er aber an, uns Pornos zu schicken… Ein Representant des Staates, geile Aktion… Und meine gestohlene Kreditkarte etc war natürlich auch nicht angenehm, aber das kann einem überall passieren.
Ich denke, ich hab vor allem die Freiheit genossen, die Distanz zu zu Hause hat mich auf gewisse Weise zu einem anderen Menschen gemacht. Ich weiß nicht, ob ich andere Entscheidungen getroffen hätte, wäre ich in Deutschland gewesen, aber ich denke in manchen Fällen schon (z.B. das Tattoo haha). Auf mich alleine gestellt zu sein hat mich glaube ich um Einiges weitergebracht, viel mehr als es die Uni geschafft hat. Und die 2 Wochen ohne Handy waren auch eindeutig mal eine positive Erfahrung.
Mehr fällt mir gerade nicht mehr ein, vielleicht kommt aber noch mehr. Und die Fotos von Medellín fehlen leider auch noch, aber das kommt noch!!
Meine letzten freien Tage habe ich genutzt, um sie in der „innovativsten“ Stadt Kolumbiens zu verbringen. Zusammen mit Nadine bin ich am Freitag Nachmittag hingeflogen. Der Flughafen liegt etwas außerhalb, deswegen erstmal mit Uber in die Stadt zu unserem Airbnb. Das sollte sich als die beste Wahl rausstellen, die wir treffen hatten können! Es war ein Appartment für uns 2, mit Küche und Bad und einem unglaublichen Ausblick über die Stadt. Das Lichtermeer aus dem 21. Stock war bei Nacht genial, vor allem, weil wegen Weihnachten überall bunte Lichter blinkten. Eine Passauer Freundin von Nadine, die gerade ihr Praktikum in Panama macht, war auch zusammen mit einer portugiesischen Freundin in der Stadt, mit denen haben wir uns am Freitag Abend getroffen und ziemlich gut gegessen. Während dem Abendessen hat es dann angefangen, wie aus Kübeln zu gießen, was uns den restlichen Abend ziemlich versaut hat. Wir sind durch den Regen gelaufen auf der Suche nach einer Diskothek, als wir schließlich eine fanden, kamen wir ohne Ausweis nicht rein… So gingen wir weiter in eine Bar, blieben dort ein bisschen und fuhren dann aber heim.
Am Samstag haben wir ein bisschen das Zentrum erkundet und ich muss sagen, Medellín ist irgendwie sauberer als Bogotá… Weniger Dreck, weniger Obdachlose, sie haben neben Bussen sogar Metro, Gondeln (dazu später) und Tranvía. Und Bogotá kriegt nichts davon auf die Reihe. Am Nachmittag haben wir eine Tour durch die Comuna 13 gemacht, ein eher armes Viertel Medellíns, in dem sie aber Rolltreppen errichtet haben, um die Mobilität zu erhöhen, da es sich einen steilen Hang hinaufzieht. Unser „Guide“ kam selber aus dem Viertel und hat uns herumgeführt. Früher war die Gegend gekennzeichnet von Gewalt und Verbrechen, seit ein paar Jahren ändert sich die Situation aber. Er betonte immer wieder, das das Leben in dieser Zone nicht nur negativ ist, sondern dass er vor allem das Gemeinschaftsgefühl zu schätzen weiß. Er erzählte zum Beispiel, dass er alleinerziehender Vater ist, aber eigentlich doch nicht, da er sich immer auf seine Nachbarn verlassen kann, wenn er einmal nicht auf seinen Sohn aufpassen kann. Er arbeitet in einer Organisation, die sich für eine Verbesserung des Lebensstandards dort einsetzt. So zogen wir duch das Viertel, das gar nicht sooo an einen Slum erinnert, wie man sich das vielleicht vorstellt, waren beeindruckt von den Leckereien, die er uns präsentierte (Churros, Eis, Kaffe…), von den Graffiti, die an allen Wänden zu finden sind, bekamen eine Tanzvorführung von 3 Kindern, die dort lebten und wurden letzten Endes von einem heftigen Regenschauer „überrascht“. Die Tour endete im Quartier der Organisation, wo gerade ein Tattoostudio eröffnet worden war. Und so kam es, wie es kommen musste – ich hab jetzt ein Tattoo. Ziemlich spontan, aber eigentlich doch wieder nicht, denn ich wollte mir sowieso eines machen lassen, bevor es wieder nach Hause geht. Was es ist, verrat ich nicht 🙂
Abends gingen wir dann in einen Club, der uns empfohlen worden war, war deutlich besser, als am Vortag!
Am Sonntag trafen wir uns mit 3 Medellinern, die die Deutsche Freundin von Nadine kannte, aßen Bandeja Paisa zu Mittag, ein typisches Gericht mit Bohnen, Plátano, Reis und verschiedenem Fleisch. Ich verzichtete, probierte aber Cazuela, eine Art Bohneneintopf, eigentlich auch mit Fleisch, aber es gab eine vegetarische Version 🙂
Am Montag fuhren wir mit dem Bus nach Guatapé, ein kleines Dorf, 80km östlich von Medellín. Wir stiegen allerdings etwas vorher aus, an einem kleinen Naturwunder, la Piedra el Peñol. Der Stein von 220m Höhe, der mitten in der Lndschaft steht, ist irgendwie auf Grund eines Vulkans in der Nähe entstanden. Indem man über 700 Stufen hochsteigt, erreicht man den Gipfel und hat einen einmaligen Blick über die Landschaft. Diese besteht zum Großteil aus Wasser, unzählige Seen und Lagunen, die durch Aufstauen des Río enstanden sind. Der Ausblick zeigt, dass es sich zwar um ländliches Gebiet handelt, hier aber durchaus reiche Familien Villen besitzen. So zum Beispiel auch Pablo Escobar, 4 Fincas… Das erfuhren wir, in Guatapé angekommen, auf einer einstündigen Bootsfahrt vom „Kapitän“.
Wieder zurück in Medellín verbrachten wir den Abend mit den Medellínern in unserem Apartment. Unser Vermieter war auch da, wir hatten ihn eingeladen, da er mega sympatisch war und wir den nächsten Tag mit uns verbringen wollte. So planten wir unsern Ausflug, der ziemilch cool werden sollte.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit ihm zusammen per Metro und danach mit der Gondel in den Parque Arvi, ein Flecken purer Natur. Die Gondel fährt über arme Teile Medellíns und wir sahen nun wirklich slum-ähnliche Zustände von oben. Je höher man kommt, desto mehr wird Ziegelstein zu Holz, die Hütten immer kleiner, irgendwann denkt man, man ist auf dem Land. Kühe inbegriffen. Viele der Menschen, die hier wohnen, wurden während der Violencia vertrieben und fanden hier ein neues Zuhause. Juan, unser Vermieter, meinte, sie hätten zwar nicht viel, aber seien glücklich. Wer weiß… Im Park angekommen, machten wir einen geführten Spaziergang und genossen die abgasfreie Luft. Danach aßen wir in einem vegetarischen Restaurant im Park, es war mega gut! Sogar unser Vollblutkolumbianer war begeistert 🙂 Wieder im Zentrum angekommen, spendierte er uns ein Eis, zeigte uns seine Läden (er ist Modeproduzent) und brachte mich später mit dem Motorrad zur Haltestelle der Sammeltaxis. Mein Flug hatte mega Verspätung, deshalb saß ich ohne Handy ewig am Flughafen rum und wurde ziemilch sentimental… Meine letzte Reise ging zu Ende… Und Juan, mit dem wir einen genialen Tag hatten, würde ich so schnell nicht wieder sehen… Aber ich komme zurück, es gibt noch viel zu sehen in Medellín!
Fotos folgen, sobald ich sie habe!
Es ist unglaublich, ich kann es gar nicht realisieren… Ich hab heute tatsächlich mein letztes Examen geschrieben, war zum letzten Mal in der Uni… Mehr als 4 Monate sind rum und es ist Zeit für ein Fazit:
Die Uni ist die fünftbeste Kolumbiens, aber dafür fällt unser Urteil eher gemischt aus.
Die Kurse machen alle viel Arbeit, die kontinuierliche Notenvergabe auf teils kreative Art und Weise (Audios für Souncloud, Plakate in Gruppenarbeit, Malen und Kurzgeschichtenschreiben etc) bedeutet ständiges „Am-Ball-Bleiben“. Klingt erstmal positiv, da die Situation nicht mit der in Deutschland vergleichbar ist, wo es heißt: Prüfungen am Ende des Semesters, die 1 Monat Powerlernen bedeuten, aber den Rest des Semesters entspannen, was auch nicht ideal ist. Die Methoden der Notenerhebung gingen jedoch nie wirklich in die Tiefe, Abschreiben und Schummeln bei den schriftlichen Prüfungen wird toleriert, die Arbeitseinstellung der meisten kolumbianischen Studenten folgt eher dem Motto der extremen Prokrastination, was Gruppenarbeiten zu unnötigen Herausforderungen macht (findet man aber in Deutschland sicher auch)…
Das allgemeine Niveau liegt auch deutlich unter dem von Deutschland, von vielen Jura-Studenten habe ich gehört, dass die 10.-Semestler teilweise keine Ahnung vom Arbeiten mit Gesetzen haben. Auch das Englisch vieler Dozenten ist unter aller *** (allein auf die Grammatik bezogen, der Akzent kommt noch dazu).
Was positiv ist am verschulten System ist das fast freundschaftliche Verhältnis zwischen Profs und Studenten. Sogar die Telefonnummer wird teilweise für Fragen rund um die Uhr bekanntgegeben.
Mir persönlich haben meine Kurse nicht sehr viel gebracht, ich hatte mir teilweise anderes erwartet oder es blieb sehr oberflächlich. Ich hätte mich selber viel mehr reinhängen müssen, um etwas Effizienz daraus zu ziehen, wofür mir aber einfach nicht die Zeit blieb auf Grund der vielen aufwändigen „Hausaufgaben“ und natürlich auch meiner Unternehmungen. Davon will ich aber keine missen! Ein ausführlicheres Fazit zu Land und Leuten werde ich denke ich auf dem Rückflug verfassen!
In Bogotá findet man überall Männer, die einem die Schuhe putzen. Vor unsrer Uni sitzen immer ca. 10, die vor allem auf den thronartigen Stühlen sitzenden Anzugträgern die Schuhe auf Hochglanz polieren. Ich hab den Service heute auch mal in Anspruch genommen… Ich weiß nicht so ganz, ob ich mich dabei gut fühle, denn ein bisschen herabwürdigend ist die Situation schon. Aber dann dachte ich, sie freuen sich über Geld und Arbeit und alleine krieg ich meine vom Teatron verschmutzten Schuhe (die sind eigentlich blau, waren aber grün…) nicht sauber.
Ich war echt zufrieden, so schön waren die schon lange nicht mehr 🙂
Weil meine Gemeinde angeordnet hat, den Diebstahl meines Ausweises anzuzeigen, bin ich heute mit einer Freundin bei der kolumbianischen Polizei aufgekreuzt. Zuerst haben sie uns, nachdem wir nach ewigem Suchen und Fragerei stolz waren, die Polizeistation gefunden zu haben, wieder weggeschickt, „Anzeigen erst ab 2pm“, wir waren um 1 da… also erstmal Frustshoppen im Souvenirladen der Uni, bin jetzt stolze Besitzerin eines Rosarista-Pullis…
Als wir dann später nochmal antanzten, warteten bereits ein Kolumbianer und ein Koreaner vor uns darauf, an die Reihe zu kommen, wir dachten: Cool, das wird schnell gehen… nichts wars… wir warteten 1,5 Stunden, beobachteten dabei ca. 10 Polizisten, deren scheinbar einzige Arbeit war, beschäftigt auszusehen, während sie tatsächlich nichts zu tun hatten, sowie 2 junge Typen in Handschellen. Als wir endlich drankamen, meinte der Polizist, es sei besser, die beiden Anzeigen als eine einzige aufzunehmen, wahrscheinlich dauerte ihm das auch alles zu lang, also wurden mal schnell die Tatsachen verdreht und der Diebstahl meines Handys mit auf die Nacht im Club am Donnerstag gelegt. Mir war das egal, es besteht eh keine Hoffnung auf einen Fund meiner Sachen. Aber wäre das in Deutschland auch passiert?? Während der Aufnahme meiner Daten wurde immer wieder privates Whatsapp gecheckt. Außerdem bereitete die Tatsache, dass meine Passnummer nur aus Buchstaben besteht, große Schwierigkeiten, weshalb einfach eine andere Nummer auf dem Dokument verwendet wurde. Meine Angaben auf Word wurden dafür umso schöner formatiert…
Als wir endlich fertig waren und die Station verließen, bedachte uns einer der unterbeschäftigten Polizisten noch mit zahlreichen Komplimenten… Danke, wäre nicht nötig gewesen…
Es sollte nicht Schluss sein mit dem Handydiebstahl und dem geschäftstüchtigen Taxifahrer… Jetzt bin ich alles los, außer meinem Reisepass.
Nadine und ich waren gestern in der 85. beim Feiern, doch das Tanzen sollte ein verhängnisvolles Ende nehmen.
Auf einmal meint Nadine zu mir: „Sophia, mein Handy is weg!“ Ich greif in meine Tasche, die war offen, der Geldbeutel weg… Mein Geldbeutel samt Kreditkarte, deutschem Ausweis, Studentenausweis, Transmileniokarte (elektronische Karte mit Geld fürs Busfahren) und Geld… Wir sind sofort im Taxi nach Hause gefahren, Nadine hatte zum Glück ihren Geldbeutel noch.
Wir mussten meine arme Mitbewohnerin aufwecken, um mit ihrem Handy meine Bank anzurufen, da ich unbedingt meine Kredikarte sperren wollte. Die hatte aber leider auch keine Minuten mehr auf dem Handy. Also blieb uns nichts anderes ünrig als meine Vermieterin aus dem Schlaf reißen, die so lieb war, uns um 2.30h nachts mit ihrem Laptop telefonieren zu lassen und ich das mit der DKB regeln konnte. Mein Ausweis ist auch gesperrt, ich muss aber noch eine Anzeige machen… Am Montag gehts also zur Polizei.
Das ärgerlichste ist, dass wir einfach nichts gemerkt haben. Waren es die Typen, mit denen wir getanzt haben und alles ein abgekartetes Spiel? Ich habe gerade auf Facebook gelesen, dass die Koreanerin, die mit uns unterwegs war und die wir einfach stehen ließen, jetzt auch ohne Handy ist… Das war wohl ein Massenerfolg für die Diebe gestern…
Auf dem Markt von Paloquemao haben wir unter anderem auch getrocknete Cocablätter gekauft, haben gestern Tee damit gemacht, schmeckt ziemlich gesund das grüne Zeug haha… Man muss die Blätter einige Minuten mitkochen, vielleicht haben wir aber auch irgendwas falsch gemacht, denn wirklich wacher sind wir nicht geworden…
Ich würde gerne Blätter mitnehmen, die sind im Gegensatz zu hier in Deutschland aber leider illegal, obwohl sie nichts mit Kokain zu tun haben…
Der Tee (oder das Kauen der Blätter) soll vor allem gegen Höhenkrankheit, man kann aber wohl auch super backen damit (gemahlen wie Mehl)!

Neben der Tatsache, dass mir mein Handy geklaut wurde, bin ich in einem Taxi auch noch um 50.000 pesos ärmer geworden (ca. 15€). Der Taxifahrer, der uns vom Monserrate zu WOK brachte, verwirrte uns beim Zahlen dermaßen, dass wir tausendmal Scheine hin- und herreichten, um dann nach dem Aussteigen unseren Verlust zu bemerken… naja, zu spät… Fazit: Uber!
Der eigentlich Plan heute war, ins Planetarium zu gehen, um eine Art Show anzusehen, aber leider wurde der Saal für eine Show morgen hergerichtet, weshalb wir nur eine kleine Ausstellung ansehen konnten und das Vorhaben auf Morgen verschoben.
Auch der Plan, ins Katzencafé zu gehen (ja, da gibt es echte Katzen), schlug fehl, da wir am falschen Ort waren und uns in einem Restaurant mit dem irreführenden Namen „Gatos“ befanden…
Schließlich landeten wir im Museo Nacional und waren leider auch davon eher enttäuscht. Aber einige interessante Sachen fanden wir:
Im Zusammenhang mit der Violencia/ el Conflicto: Ein Mann mit Baby und Gewehr auf dem Schoß, leider wissen wir nicht, zu welcher Seite er gehörte.
Eine Plaza de toros in Miniatur:
Wie ich am Anfang des Semesters schon berichtet hatte, is t die Chicha, eine Art Bier aus Mais, traditionelles Getränk der ländlichen Gegenden Kolumbiens. Wie uns ein Securitytyp ganz exklusiv erklärte, gab es eine Kampagne, die die Bevölkerung abhalten sollte, dieses Getränk zu konsumieren, da es zu Gewalttätigkeit führte und mit Gefängnis bestraft wurde…
Eine Deutsche Bierfirma, La Bavaria, die in Kolumbien Ende des 19. Jhdt. auf großen Erfolg hoffte, hatte mit den Gewohnheiten der Kolumbianer zu kämpfen, die ihre Chicha bevorzugten. Der schlaue Schachzug war schließlich, La Pola, eine Nationalheldin Kolumbiens auf den Flaschen zu platzieren – was schließlich funktionierte. So sagen die Kolumbianer immer noch, anstatt von cerveza zu sprechen: „Tomemos una pola!“
Für diejenigen unter euch, die des Spanischen mächtig sind:
https://www.elespectador.com/noticias/politica/pola-heroina-popular-articulo-424038
Afrikanische Traadition der eingeführten Sklaven:
Diese Decke nähten Frauen aus einem Dorf, das von Paramilitares überfallen wurde, wobei viele Einwohner ums Leben kamen, um ihre Traumata zu verarbeiten.
Eine Druckmaschine:
Danach ging’s mit Fanny zu Tomy Tomato, eine billige Pizzaaktion konnte nicht ignoriert werden…